meine Technik

Um die gezeigten Bilder herzustellen benötigt man – klar – ein Mikroskop und eine Kamera. Beides, besonders ein gutes Mikroskop für die gezeigte Bildqualität, ist teuer. Ein Fotoapparat ist auch nicht umsonst zu haben. Aber alles andere ist sehr preiswert. Unten auf der Seite ist ein Foto mit meiner Mikroskopecke zu sehen.

Der Aufbau:

Ein Tropfen Probenwasser wird auf einen kleinen Objektträger gebracht. Darauf kommt ein Deckglas. Das legt man auf den Objekttisch des Mikroskops. Von unten kommt durch dieses Präparat das Licht. Über dem Präparat sind die Objektive zur Vergrößerung. Und oben, wo ich reinschaue, gibt es zwei Okulare mit zehnfacher Vergrößerung. Wenn ich also ein 20-fach Objektiv benutze, muss ich das mit der zehnfachen Vergrößerung der Okluare multiplizieren, und habe entsprechend eine 200-fache Vergrößerung. Einen Teil des Lichts, das von unten kommt, kann ich zum Fotoapparat leiten, wie auch das Blitzlicht. Und fertig ist die Anlage, um schöne Bilder zu machen.

Das Mikroskop:

Ich benutze ein Leica DMRB Forschungsmikroskop. Dieses hat verschiedene Aufnahmemöglichkeiten: Hellfeld, Dunkelfeld, Phasenkontrast, Polarisation und Differentiellen Inteferenzkontrast (DIK). Alle Beobachtungen und Aufnahmen werden mit Durchlicht gemacht, d. h. das Licht wird von unten durch das Objekt geleitet. Die Ergänzung dazu, die sich für meine Beobachtungen aber nicht eignet, wäre das Auflicht, bei dem das Licht von oben durch die Objektive auf das Präparat geleitet wird. Das benutzt man z. B. bei Präparaten, die nicht oder schlecht durchsichtig sind, wie Gesteinsschliffe. Mein Mikroskop hat diese Möglichkeit nicht und ich brauche sie für meine Art der Beobachtungen auch nicht. Die meisten Fotos sind im DIK bei 200-400-facher Vergrößerung aufgenommen, manche bei 1000-facher. Einige Bilder sind im Hellfeld oder Phasenkontrast aufgenommen.

Die Kamera:

Ich benutze eine Sony alpha 6500 Systemkamera. Das ist eine spiegellose Kamera, so dass es keine Erschütterungen beim Auslösen gibt. Allerdings knipse ich die meisten Bilder ohnehin mit einem Blitz, den ich ans Mikroskop angebaut habe, so dass auch eine klassische Spiegelreflexkamera funktionieren würde. Kamera und Blitz löse ich mit dem Fuß aus, damit ich die Hände frei habe für die Einstellung der Schärfe und die Bewegung des Objektes auf dem Objekttisch des Mikroskops. Das ist bei beweglichen Organismen unerlässlich. Für die ist auch ein Blitz fast unabdingbar, wenn man z. B. die schnell schlagenden Wimpern scharf abbilden will.

Der Rest:

Proben kann man sich von überall her holen, aus Tümpeln, Bächen, Wasserpfützen, Blumenuntersetzern, Moos und bei mir auch aus meinem Aquarium. Dafür benötigt man lediglich ein paar Gefäße, einen Schöpfbecher, Pipetten, und wenn man möchte auch ein Planktonnetz. Zuhause kann man die Proben in alte Gurken- oder andere Gläser füllen und halbschattig aufstellen. Sie halten sich sehr lange und es entwickleln sich ständig irgendwelche Organismen. Aus diesen Gläsern nimmt man mit einer Pipette dann einen kleinen Tropfen, tut ihn auf einen Objektträger und legt darüber ein Deckglas. Fertig ist das Lebendpräparat, das unter das Mikroskop gelegt wird.

Kann, muss nicht:

Was ich allerdings bisweilen mache, ist, einige der kleinen Tierchen zu separieren, damit nicht zu viel Schmodder auf dem Objektträger ist. Dazu habe ich ein preiswertes russisches Stereomikroskop (MBS 10) mit Vergrößerung bis 70-fach. Ich nehme etwas von der Probe, tue es in ein (Block)Schälchen und versuche dann mit einer Eppendorfpipette die gewünschten Organismen zu selektieren und auf den Objektträger zu bringen. Das gelingt aber in der Regel nur mit etwas größeren Tierchen. Aber unbedingt notwendig ist diese Auslese nicht, es geht auch ohne.

Und so sieht es dann bei mir aus:

Links das Leica-Mikroskop mit Kamera (den Blitz sieht man nicht), rechts daneben ein kleiner 4K-Monitor, damit ich die Fotos besser berurteilen kann, und daneben dann das russische Stereomikroskop. Weiter rechts noch ein russisches Mikroskop (LOMO Biolam), mit dem ich vorher gearbeitet habe, und eine weitere russische MBS 10 Stereolupe mit der ich auch Fotos machen kann.