Wenn über die Vielfalt des Lebens, die Biodiversität, gesprochen wird, verbinden die meisten Menschen damit das, was sie direkt wahrnehmen können: größere Tiere und Pflanzen. Vor allem die seltenen, schönen oder interessanten, wie Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien oder Reptilien, bisweilen auch Insekten, wenn sie denn hübsch sind. Pflanzen sieht man zwar in den vielen Naturfilmen im Fernsehen, meist sind sie aber eher ein Hintergrund für die gezeigten Tiere.
Aber wie riesig ist die Welt jenseits dessen, was wir sehen! Da gibt es nicht nur Bakterien, sondern ausdifferenzierte Organismen mit echtem Zellkern. Diese ganze Vielfalt kleiner ein- und wenigzelliger Organismen mit zig Tausenden, vielleicht Millionen von Arten, viele noch nicht einmal beschrieben. Die Einzeller mit einem echten Zellkern (Eukaryoten) nennt man Protisten, obwohl es eine sehr heterogene Gruppe ist. Allein von Protisten gibt es je nach Quelle 60.000-100.000 beschriebene Arten, es könnten aber viel mehr sein, da immer wieder neue entdeckt werden. Und rechnet man die Bakterien dazu und die einfachen Mehrzeller, wie Rädertiere, Bärtierchen, Gastrotrichen und andere, so gibt es wohl nur eine Gruppe von Lebewesen, die ebenso groß oder größer ist, was die Artenzahl angeht, die Insekten. Allerdings sind die Insekten eine klar abgegrenzte Klasse der Systematik, die Bakterien, Protisten und Wenigzeller sind auf sehr unterschiedliche Gruppen verteilt. Was sie eint, ist, dass sie alle sehr klein sind.
Nicht einmal in der berühmten Roten Liste, herausgegeben von der weltweit größten Dachorganisation für den Schutz und Erhalt der Natur, der International Union for Conservation of Nature (IUCN), kommen diese Organismen vor. Man weiß viel zu wenig über sie, es werden immer wieder neue Arten entdeckt. Manche kommen zwar häufig vor, andere dafür aber äußerst selten. Wenn von Artensterben berichtet wird, werden die kleinen Organismen, die ich auf dieser Webseite vorstelle, nicht beachtet. Man weiß über ihren Zustand als Gruppe von Lebewesen so gut wie nichts.
Meine Webseite hat deshalb das Anliegen, interessierten Menschen das Leben in dieser ganz anderen Welt nahezubringen. Einer Welt, die es fast seit Anbeginn des Lebens auf der Erde gibt, die aber nur Wenige kennen. Um sie selbst zu sehen, braucht man ein Mikroskop, aber auf dieser Seite kann man die Organismen in Form von Bildern auch so bestaunen. Dazu gibt es verschiedene übergreifende Informationen. Es ist meine und somit Kralls beste Seite.
Viele Spaß und vielleicht einige neue Erkenntnisse,
Stephan Krall
